Die Elfenbeinküste hat die Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation ILO unterschrieben, sie soll Minderjährige vor den schlimmsten Formen von Kinderarbeit schützen. Viele der neusten Strategien von Firmen, Regierung und NGO spiegeln nun die Notwendigkeit eines solchen «holistischen Ansatzes». Meist werden sie dazu gezwungen, auf den Kakao plantagen zu schuften. Henri Kahon, der Kakaobauer, verteidigt die schwere Arbeit seiner Söhne mit einem Argument, das man oft hört im Anbaugebiet: «Ich habe das so gemacht, nun machen es meine Kinder so.» Ihm sei egal, was die Leute dazu sagten, fügt er hinzu. Brice Delagneau von der Umwelt-Organisation Amistad: "Das Problem ist massiv - immer mehr Plantagen werden in diesen so genannten "forêts classées" gepflanzt. Will heissen: Nur wenn es allen bessergeht, wird es auch den Kindern bessergehen. Mehr als eine Million Kinder auf den Kakaoplantagen, Fehlt der politische Wille? Sie sehen, dass sie hier Geld verdienen können mit dem Kakao - und sie lassen sich hier nieder. Entscheidend aber ist die Umsetzung. "Wenn wir den Park nicht bewachen würden, gäbe es ihn längst nicht mehr. Diese kleine Genossenschaft arbeitet also nachhaltig, schützt die Umwelt und lässt keine Kinder arbeiten. Dass es bis zu dieser an sich naheliegenden Erkenntnis zwanzig Jahre gedauert hat, scheint selbst Betroffene im Rückblick zu erstaunen. Westafrikas Kinder leiden am Kakao, sagt Leon Adagra. Schwere Krananlagen made in Germany, gut asphaltierte Straßen, Arbeiter in Sicherheitskleidung. Auf den Kakaoplantagen Ghanas und der Elfenbeinküste arbeiten Kinder bis zu 12 Stunden täglich. Kakao ist empfindlich, die Kinder dürfen es nicht sein. Große Schoko-Konzerne brauchen hochwertigen, zertifizierten Kakao. Nach Europa, nach Russland, in andere afrikanische Länder. Bauern erhalten für ihre Ernte oft weniger als den vom Staat garantierten Fixpreis von derzeit umgerechnet 1,30 Euro. Und dann ist auch noch Festivalsaison in Indien. Jetzt bin ich hier und versuche, irgendwie zu überleben.". Wir arbeiten hier immer von sieben Uhr morgens bis sieben Uhr abends. "Die Kinder verletzen sich mit den scharfen Macheten bei der Arbeit. Immer wieder sticht er mit einer scharfkantigen Schaufel in die Säcke hinein - und prüft die Kakaobohnen. Der Südwesten der Elfenbeinküste ist ein Friedhof der Tropenbäume. Sein verquollenes Kindergesicht verrät: Mathis dürfte höchstens dreizehn sein. Das ist das Problem - dieser in weiten Teilen undurchsichtige Prozess der Produktionskette - vom Kakaobaum bis zum Hafen. Kinder in der Kakaoproduktion arbeiteten, was ein Zuwachs von 24 % im Vergleich zu 2008/09 bedeutet. Bei den Wahlen am Sonntag war die Kernfrage: Soll die Regierung mit den Terroristen verhandeln?Mehr, Unter den jüngeren Tschechen ändert sich die Sicht auf die Sudetendeutschen, die 1945 aus Tschechien vertrieben wurden. Die Kooperative ist eigentlich zertifiziert, trägt ein Gütesiegel. Ein Biosphärenreservat, mehr als 50.000 Fußballfelder groß. Im Idealfall, sagt der Aktivist Brice Delagneau. Gelernt hat Suzanne Kabbani ihr Handwerk in Frankreich und Belgien, aber widmet es ganz ihrer Heimat - der Elfenbeinküste. Deutlich wird das etwa bei einer Strassenkontrolle, bei der sich ein Polizist minutenlang über westliche Journalisten echauffiert, die der Welt «falsche Geschichten» erzählten. Statt zur Schule zu gehen, schuftet Mathis in einer Kakao-Kooperative nahe der Grenze zu Liberia. Denn möglicherweise zahlt der Hersteller so wenig, dass die Bauern ihre Kinder nicht zur Schule schicken können, und dann arbeiten diese Kinder auf der Plantage mit! Leon Adagra ist Landwirtschaftsberater. "Die Weißen, die Europäer, die machen Schokolade daraus. Hier wird Kakao für den großen Schoko-Konzern Cargill geerntet. Das Geld, das der Staat mit dem Kakao verdient, versickert hier buchstäblich in riesigen Schlaglöchern, in denen die schweren Lkw steckenbleiben. Einige tun es, aber es sind zu wenige.". Und mir geht es darum, den Menschen hier klarzumachen, dass sie nicht nur den Rohstoff exportieren müssen, sondern ein fertiges Produkt: Schokolade, hier hergestellt, angemessen bezahlt! «Geht auf die Felder, und schaut selbst: keine Kinderarbeit», wiederholt der Mann zig Mal. Auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste arbeiten Kinder und Jugendliche unter prekären Bedingungen. Zur Politik der Regierung sagt ein lokaler Journalist: «Zwischen Abidjan und den Orten, wo Massnahmen umzusetzen wären, liegen Welten. Er reist durch die Kakao-Anbaugebiete der Elfenbeinküste und versucht, die Bauern über die Folgen der Kinderarbeit aufzuklären. Eine Weiterverarbeitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung zu gewerblichen oder anderen Zwecken ohne vorherige ausdrückliche Erlaubnis von Neue Zürcher Zeitung ist nicht gestattet. Weil auch in Côte d’Ivoire während der Corona-Pandemie die Schulen wochenlang geschlossen blieben, fürchten Experten einen deutlichen Anstieg der Kinderarbeit. «Mittlerweile ist den meisten klar, dass es umfassende Programme braucht, die an den Wurzeln des Problems ansetzen», sagt die Vertreterin einer Nichtregierungsorganisation (NGO) in Abidjan. Eine Kampagne der First Lady, Präsidentengattin Dominique Ouattara, ermahnt die Bauern, ihre Kleinsten zur Schule zu schicken, und nicht aufs Feld. Wir müssen daran glauben, Vertrauen haben in das, was wir haben. Zertifikate seien oft nur Augenwischerei, meint Brice Delagneau, auf jeden Fall seien sie kein Wundermittel, mit dem sich die Lebensbedingungen auf den Plantagen verändern ließen. In die Schule geht er nicht mehr .... Ja - und dann die Spritzmittel! Der Besitzer der Kakaoplantage zahlt ungerechnet etwa 250 Euro für das Kind. Außerdem: Seit wegen der Ebola-Epidemie keine Erntehelfer mehr aus dem benachbarten Liberia kommen dürfen, müssen noch mehr Kinder ran als bisher. Genaue Zahlen fehlen indes. So ist der Anteil der arbeitenden Kinder, die zur Schule gehen, in beiden Ländern gestiegen - von rund 59 auf 71 Prozent in der Elfenbeinküste und von 91 auf 96 Prozent in Ghana. Die Diskrepanz zwischen Worten und Taten ist eklatant – bei der Regierung wie bei den Firmen. "Hier haben hier Sie eine Milchschokolade mit 53 Prozent Kakaoanteil, eine Praline mit 70 Prozent Kakao, hier haben wir Kokos, auf dem Feuerholz gegrillt, mit Kakao überzogen.. hier frischen Ingwer - ebenfalls mit ivorischem Kakao, und das hier ist eine flüssige Kakaobohne mit Karamell überzogen...". «Es klingt seltsam, aber man hat lange schlicht nicht gründlich genug über das Problem nachgedacht», sagt eine Uno-Angestellte. Aber der Preis für das Kilo Kakao bleibt niedrig. Ein ganz anderes Bild bietet der Rohstoffhafen in der Lagune von San Pedro. Der Parkdirektor ist sicher: Ohne die Hilfe aus Deutschland wäre der Tai Park tot. Es ist Tradition, dass die Kinder das Handwerk ihrer Eltern lernen, indem sie auf den Plantagen mitarbeiten. Marcel Bwazo: "Bevor der Kakao verladen wird, muss ich schauen, ob die Normen erfüllt sind. Die GIZ, die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, hat den Naturschutz in der Côte d'Ivoire auch während der schweren politischen Krisen der letzten Jahre unterstützt. Die hohe Feinstaubbelastung besonders jetzt im Winter erschwert den Krankheitsverlauf und erhöht die Sterberate der Betroffenen. "Manche Kinder bekommen einen Buckel, andere wachsen schlecht, viele erleiden auch einen Leistenbruch von den viel zu schweren Säcken. Wir sollten stolz sein auf unser Produkt. Im Krankenhaus konnten sie dann nichts mehr tun, und der Junge kann heute nicht mehr laufen. Mathis wuchtet einen braunen 50-Kilo-Sack mit Kakaobohnen vom Rücken und wirft ihn auf eine riesige schwarze Plastikplane. Die Elfenbeinküste produziert derzeit fast zwei Millionen Tonnen Kakao im Jahr - davon kommt mehr als ein Drittel aus Plantagen, die in eigentlich geschützten Tropenwäldern liegen. Sie sind zwölf oder 13 Jahre alt, wenn sie verkauft werden. Fakt ist auch: In den meisten Dörfern der Elfenbeinküste, in denen Kakao für die ganze Welt geerntet wird, gibt es keinen Strom, kein fließendes Wasser, keine Straßen, keine Schulen. Doch mit der Rettung des Parks ist es noch nicht getan. Laut einem NGO-Bericht ist die Schokoladeindustrie weit davon entfernt, das Problem in den Griff zu bekommen. Die Lösung des Problems habe für Präsident Alassane Ouattara höchste Priorität, versichern sie. Es werden auch Kinder aus den Nachbarländern Mali und Burkina Faso in die Elfenbeinküste verkauft, um dort auf den Plantagen zu arbeiten. Wir sind stolz auf unseren Kakao. «Das gibt es nicht», hört man oft in Côte d’Ivoire – nicht nur auf den Kakaofeldern. Nach wie vor arbeiten in Westafrika fast zwei Millionen Kinder auf Kakaoplantagen. Die Bohnen müssen rein sein, es darf keine Verunreinigungen geben. Jedes Jahr werden 200.000 Hektar Wald gerodet. Und wir wissen, dass die Kunden in aller Welt ein gutes Produkt erwarten. Irgendwann will sie so viel Schokolade herstellen, dass sie sie exportieren kann: zertifiziert, fair gehandelt. Eine Studie der IITA ergab für die Elfenbeinküste, dass 87 % der Kinder die eigenen Kinder der Kakaofarmer sind oder den Farmer persönlich kennen. «Die Kinder können hier viel lernen.», Teilweise führt diese Sichtweise gar dazu, dass in Abrede gestellt wird, dass das Problem überhaupt existiert. Hier im Regenwald der Elfenbeinküste ist es feucht und heiß, sicher 30 Grad. ", Kakao-Anbau an der Elfenbeinküste: Arbeiterin spaltet eine Kakaobohne (Deutschlandradio / Alexander Göbel). NGOs haben sich auf das Thema spezialisiert. In einem weißen Kittel steht er vor einer schier endlosen Wand von braunen Säcken. Wieso schaut niemand hin? Deswegen sind wir sehr streng, wenn wir die Qualität überwachen!". Mehr als 2,2 Millionen Kinder arbeiten auf Kakao-Plantagen in der Elfenbeinküste und Ghana. Damit macht sie sich zur Fürsprecherin der Kleinbauern. Aber ich habe sie noch nie probiert.". "Seinem Vater macht Mathis keinen Vorwurf, dass er als Erntehelfer arbeiten muss und nicht zur Schule gehen kann. Was läuft schief? Mit einer Cadmium-Lösung. In den Lagerhallen stapeln sich tausende Säcke mit Kakaobohnen. «Die Dinge werden sich nun Schritt für Schritt verbessern», heisst es. Sie ist "Maître Chocolatier" - die erste und bislang einzige Schokoladenmeisterin in ganz Westafrika. Barfuß steht Mathis auf der Plastikplane und öffnet den Sack. Sie sind damit ein integraler Bestandteil im Produktionsprozess für Schokoladenprodukte. Deshalb können viele Kleinbauern noch immer nicht vom Kakao leben. Besonders betroffen sind Ghana und Côte d’Ivoire. Jede sechste Tafel Schokolade hat ihren Ursprung in den Naturschutzgebieten von Côte d’Ivoire. Es gibt Kinder, die erblinden oder denen die Haare ausfallen - das kommt alles von der Chemie! Fortschritte gab es seither kaum. «Vieles ist Augenwischerei und Verzögerungstaktik», kommentiert ein ehemaliger Kakaohändler die Beteuerungen der Industrie. Kakao-Multis kaufen ganze Ernten von Kooperativen ein - und diktieren den Preis. Das Versprechen, die Kinderarbeit auf den ivoirischen Kakaoplantagen zu beseitigen, ist zwanzig Jahre alt. Alle Rechte vorbehalten. Andrea Wilhelmi-Somé, Projektleiterin der GIZ: "Es gibt ja hier sozusagen Staatswälder, wo Kakao angebaut wird. San Pedro - die Handelsstadt mitten im Herzen des Kakaoanbaugebiets im Westen der Elfenbeinküste. ", Mathis Gesicht ist aufgequollen von den Chemikalien, mit denen er täglich hantiert (Deutschlandradio / Alexander Göbel). Er sei neunzehn, sagt Mathis schüchtern - und nach kurzem Zögern. Eine Million Binnenflüchtlinge wurden vertrieben. San Pedro ist schon jetzt der wichtigste Kakao-Hafen der Welt. Ungeachtet der Frage, wie «echt» der Wille dieser Akteure zu umfassenden Verbesserungen tatsächlich ist, geben auch Kritiker zu bedenken, dass es einfache Lösungen nicht gebe – schon gar nicht im Eiltempo. Das ist – selbst wohlwollend betrachtet – äusserst bescheiden. Am Ende des Gesprächs überreichen die Regierungsvertreter eine Broschüre über ihre Erfolge. "Der Druck auf den Park wird weiter zunehmen, da bin ich ganz sicher. Dabei versprachen die Produzenten, Kinderarbeit um 70 Prozent zu verringern. Es geht ihnen auch um die aktuelle Fremdenfeindlichkeit in ihrem Land. Selbst Industrievertreter gehen davon aus, dass in den letzten Wochen deutlich mehr Kinder auf den Feldern mitgearbeitet haben. Vom Kakaoreichtum ist hier nichts zu sehen. Aber wer will das hier draußen im Busch schon kontrollieren, wo es so gut wie keine Straßen gibt. Ursachen für Kinderarbeit. Die Bohnen dürfen nicht mehr als acht Prozent Rest-Feuchtigkeit haben. Wie diese Schokolade schmeckt, wissen die Menschen an der Elfenbeinküste nicht - abgesehen von den Reichen, die sich Pralinen leisten können, meistens teuer aus Europa importiert. Es gibt da immer wieder schlimme Beispiele von Entzündungen und Lähmungen. Die Frist von 2020, die sich die größten Hersteller wie Mars, Nestlé und Hershey gesetzt haben, läuft bereits nächstes Jahr ab. Mehr, Kakao-Handel - Von Kinderarbeit und Zockern, Fair-Trade - Neues Label für Schoko-Produkte, Daniel Kehlmann über seinen Film „Das Verhör in der Nacht“. «Die Schulschliessungen dürfen keine Entschuldigung dafür sein, die Rechte der Kinder zu missachten», heisst es darin. Bwazo arbeitet für die staatliche Kakao-und Kaffeebehörde. Wenn Du dort eine Plantage aufbauen willst, zahlst Du an die Behörde, keiner stellt Fragen, und Du hast Dein Feld - mit fruchtbarem Boden, mitten im Naturschutzgebiet!". Alles, was sie verdienen, geht für Spritzmittel drauf. Aber ein Teil der Parkfläche ist akut bedroht. Die Nachfrage steigt. Zum Gespräch bei der nationalen Kommission gegen Kinderarbeit in Abidjan erscheinen zwei hochrangige Beamte. Aber weil es immer weniger freie Fläche gibt, versuchen sie, Tropenwald zu roden, weil der Boden dort dann sehr fruchtbar ist. Die schwarzbraunen Kakaobohnen kommen gerade von der Plantage. Zerstört - wie andere Naturparks in der Elfenbeinküste. Die soll lecker sein, ganz süß. Doch die Branche braucht viel Kakao - die Bauern wollen das schnelle Geld: auf Kosten ihrer eigenen Lebensgrundlage. Er rutscht nur noch auf dem Boden herum und sitzt zu Hause. Es gibt viele Fälle, bei denen es null Kontrolle gibt, bei denen wir nicht nachvollziehen können, ob das alles fairer Kakao ist, ob er aus zertifiziertem Anbau stammt. Die Eltern hatten kein Geld für einen Arzt, die Wunde heilte nicht. Frank Bremer, früher Landesdirektor der GIZ, heute Hotelbesitzer am Strand von San Pedro: "Profitiert haben hier vor allem die Oberschicht und die internationalen Schokoladenhersteller. Löhne können die Bauern ihnen nicht zahlen. Seine Familie sei arm, trotz Kakao, oder gerade deshalb. Zertifikate sollen helfen - Gütesiegel. Auf den Kakaoplantagen an der Elfenbeinküste arbeiten Kinder und Jugendliche unter prekären Bedingungen. Mathis: "Das Geld hat nicht gereicht, dann hat mich mein Vater hierher geschickt, damit ich arbeite. Ein Junge, zehn Jahre alt, der beste Schüler seiner Klasse, der hatte sich bei der Kakaoernte ins rechte Bein gehackt, dann hat sich die Wunde entzündet. Mehr als 700.000 Tonnen Kakaobohnen und vorveredelte Kakaomasse werden hier pro Jahr auf riesige Containerschiffe geladen - Tendenz immer weiter steigend. Nur bleibe vielen Bauern nichts anderes übrig, als billige kleine Arbeiter einzusetzen. der Kinder (+18 %) arbeiteten in Kinderarbeit, die jegliche Form von Gesundheit, Psyche oder Moral gefährdet. Dafür unterwerfen sich die Kleinbauern strengen Kriterien - sie müssen nachhaltig und umweltschonend anbauen, Kinderarbeit ist tabu. Nicht für die Kakaobauern der Elfenbeinküste - aber für die Exporteure, die Schoko-Industrie. Die gerät ins Grundwasser, tötet die Iroko-Bäume und verwandelt sie in unbrauchbares Holz. «Vieles ist schlicht Fassade», Illegale Plantagen, korrupte Kontrolleure und Minderjährige mit Macheten: Die Welt, aus der unsere Schokolade kommt, dürfte es gar nicht geben, Fabian Urech, Kouadiokro (Text und Bilder), Noch immer arbeiten über zwei Millionen Kinder auf den Kakaoplantagen Westafrikas. Gleichermassen zuversichtlich gibt sich die ivoirische Regierung. Wenn die Plantagen einmal da sind, stören die Waldriesen - die wertvollen Iroko-Bäume. Vieles ist schlicht Fassade.». Mathis wuchtet einen braunen 50-Kilo-Sack mit Kakaobohnen … Mensch und Natur zahlen einen hohen Preis für den Boom. Auf jeden Fall: Ein Milliardengeschäft. Der kleine verkauft z.B. In den letzten Jahren seien die Budgets der zuständigen Behörden deutlich erhöht, Abläufe verbessert, Kompetenzen erweitert, Gesetze angepasst worden. Da ist es wichtig, dass der Bevölkerung klargemacht wird und auch der Privatwirtschaft, dass dieser Wald unbedingt geschützt wird- denn er ist für das Mikroklima verantwortlich, in dem der Kakao überhaupt erst wachsen kann.". Das alles müsse sich dringend ändern, findet Suzanne Kabbani, Chefin des "Maison du Chocolat Ivoirien" - der ersten Schokoladenmanufaktur der Elfenbeinküste. Vom Kakao, der anderswo auf der Welt zu Schokolade verarbeitet wird. Dazu gehört die Tatsache, dass die Unterrichtsqualität schlecht ist und es vielerorts zu wenig Schulen gibt (in ländlichen Gebieten besuchen dreissig Prozent der Kinder nicht einmal die Primarschule). Nicht von den einheimischen Kakao-Funktionären, und auch nicht von den internationalen Konzernen. Der Tai-Nationalpark: die grüne Lunge im Westen der Elfenbeinküste, an der Grenze zu Liberia. Obwohl die eigentlich nicht angetastet werden dürfen. Gütesiegel wie Fairtrade, Rainforest Alliance oder UTZ sollen dazu führen, dass die Kakaobauern besser bezahlt werden. Nachgewiesen sind auch Fälle von Kinderhandel: Kleine Lohnsklaven, zwischen fünf und fünfzehn Jahren alt, werden nach wie vor in Burkina Faso oder in Mali gekauft - und landen auf den Plantagen in der Elfenbeinküste. Kautschuk, Palmöl, vor allem aber: Kakao. Landwirtschaftsminister Mamadou Sangafowa dementiert das: "Die Regierung setzt sich derzeit mit Reformen dafür ein, dass der Bauer einen fairen Anteil am Ertrag bekommt. 2,03 Mio. Voraussetzung sei aber, dass die Industrie am selben Strick ziehe. UNESCO-Weltnaturerbe. Denn in weiten Teilen der Elfenbeinküste sehe die Kakao-Realität ganz anders aus. San Pedro hat die größte Armensiedlung Westafrikas, Straßen gibt es kaum, dafür aber viel Korruption. Entweder ich schleppe Säcke mit Kakaobohnen, oder ich bin im Wald, dann helfe ich beim Spritzen der Bäume, oder bei der Ernte - dann sammle ich Kakaofrüchte auf und trage sie in Säcken aus dem Wald. eine Tonne Kakao an den großen, und der verkauft alles zusammen weiter. ", Kakao-Handel - Von Kinderarbeit und Zockern (Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 06.12.2014), Fair-Trade - Neues Label für Schoko-Produkte (Deutschlandfunk, Umwelt und Verbraucher, 27.05.2014), Blind für den Widerstand der Kolonisierten, Zwangsprostitution mithilfe von Voodoo-Zauber, "Wir sind in einem freien Land – da muss man keine Preise annehmen", Rassismus bei Hannah Arendt: Blind für Widerstand der Kolonisierten (Sendung), "Vom Leben der Häuser" Gespräch A. Schäfer und D. Nägelke (Feature), Laut UNHCR spielt sich in Burkina Faso die am schnellsten wachsende humanitäre Krise der Welt ab. Mathis: "Ich habe oft schlimme Rückenschmerzen, von den schweren Säcken, erzählt Mathis. Um zu verhindern, dass die Forstbehörde kommt, die Giganten fällt und damit die Plantagen beschädigt, vergiften die Bauern die Bäume. Erst dann darf der Kakao aufs Schiff. Parkdirektor Abdoulaye Diarrasouba zeigt Luftbilder - doch die haben mit der Idylle nichts zu tun: Der Park ist umzingelt von Plantagen, soweit das Auge reicht. Made in Côte d'Ivoire! «Ihr schadet uns, wenn ihr das immer wieder behauptet.». Dass Kinder auf den Plantagen oft während mehrerer Stunden schwere Lasten tragen – laut einer Nestlé-Untersuchung die häufigste Form von Kinderarbeit in dem Land –, erachten viele Bauern bis heute als unproblematisch. Rund 50 Mitarbeiter bewachen den Park, dazu noch ein paar Freiwillige - mit ihnen verhindert Diarrasouba das Schlimmste. Suzanne Kabbani schwärmt von den "Grand Crûs" der Schokolade - den besten Sorten aus allen Anbaugebieten des Landes... und sie will sich nicht entmutigen lassen. Doch Kinderarbeit ist in der Landwirtschaft eher die Regel als die Ausnahme, und besonders auf den Kakaoplantagen müssen Kinder mithelfen - laut ILO sind es derzeit rund 800.000 - allein in der Elfenbeinküste. Weil der Preis so günstig war. Suzanne Kabbani stammt aus einer alteingesessenen libanesischen Familie, ist in der Elfenbeinküste aufgewachsen. Von hier aus wird der größte Teil der Reichtümer der Elfenbeinküste rund um den Globus verschifft: Holz, Kautschuk, Palmöl, Baumwolle, Kaffee - und sehr viel Kakao. Es mangelt an vielen grundlegenden staatlichen Dienstleistungen, und das fachliche Know-how fehlt oft bei den Bauern. Sonst verschimmeln sie. Dazu gehören die verbreitete Korruption und eine schlechte Infrastruktur. Wir haben hier leider nicht die Mittel, um Druck auszuüben - damit die Hersteller wirklich zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Die ivoirische Regierung hat die Kakaobauern jüngst in einem Schreiben daran erinnert, dass Kinderarbeit strafbar sei. Wo einmal Regenwald war, stehen heute nur noch nackte, graue Riesenstifte - in einem Meer von Kakaoplantagen. Er beugt sich tief und verteilt den Inhalt mit den Händen. Im Weltzeit-Podcast hören Sie regelmäßig, wie sich andere Länder entwickeln: Konflikte, Fortschritte, Besonderheiten abseits der hiesigen Schlagzeilen. Als hätte man ihm eingebläut, er solle dieses Alter angeben, wenn er danach gefragt wird. Nach dem Fermentieren müssen sie noch trocknen. Marcel Bwazo ist der Mann, der den Kakao der Elfenbeinküste auf die Reise schickt - mit seiner Unterschrift gibt er die Containerladungen frei. Ganz klar. Hier gibt es in Côte d’Ivoire noch erheblichen Nachholbedarf, gerade in den betroffenen Kakaoanbaugebieten. Schokolade macht bekanntlich glücklich – bloß nicht diejenigen, die den Rohstoff ernten. Wir halten dagegen, so gut es geht, auch wenn es immer wieder illegale Camps und Plantagen gibt.". Damit nicht genug. Jeder würde hier reingehen, alles abholzen und Landwirtschaft betreiben, es wäre ein Fest für die Kakaobauern und all diejenigen, die es werden wollen!". Ich will wissen: Wer sind die Bauern, wer sind die Zwischenhändler, was für ein Kakao ist das?". Dazu gehört die ausgeprägte Armut der Bauern, die auch durch Zertifizierungsprogramme kaum gelindert wird. Doch die Aufarbeitung der Geschichte stößt auf Widerstände.Mehr, Über 500.000 Corona-Infizierte gibt es in Neu-Delhi derzeit. "Kakao ist das wichtigste Produkt der Elfenbeinküste.

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